Praxistest Hähnel TUFF TLL

Posted by Bassascha 5 Kommentare

Wer des Öfteren mit Systemblitzgeräten arbeitet, dem sollte es nicht fremd sein, dass diese auf dem Zubehörschuh der Kamera nicht gerade für das schönste Licht sorgen.

Das wissen auch die Hersteller und so gibt es neben Verbindungskabeln verschiedener Länge auch Funkfernauslöse-Systeme für die kleinen Blitze. Teilweise sind diese sogar in der Lage, die TTL-Messung der Kamera per Funk zu übertragen.

Die mir derzeit günstigste bekannte Variante eines Funk-TTL-Fernauslösers für Canon-Kameras, ist der Hähnel TUFF TTL, den ich mir zugelegt habe, um Ihn mal genauer unter die Lupe zu nehmen.


Die Lieferung:

Praxistest Hähnel TUFF TTL für Canon - 07 - by Sascha Basmer

Die Lieferung des Hähnel TUFF TTL erfolgte in einer Klarsicht-Karton-Mix-Verpackung und bestand, neben dem Empfänger und den Sender, zudem aus den für den Betrieb erforderlichen 4 AA-Batterien, Gummi-Schutzcover für Sender und Empfänger und eine kleine Bedienungsanleitung für das Set.


Das erste Ausprobieren:

Aufgeregt wie ein kleines Kind, habe ich den Sender und Empfänger aus der Verpackung entnommen und mit Sanyo eneloop Akkus bestückt, um die Batterien in der eingeschweißten Folie zu belassen.

Ein Speedlite 580EXII durfte sich ebenfalls über einen Satz frischer eneloops freuen und wurde sogleich mit dem Empfangsteil des Funk-TTL-Fernauslöser-Sets verbunden.

Sender einschalten… Empfänger einschalten… Blitz einschalten… Testknopf am Sender drücken…

Blitz!

Bis hierhin habe ich der Bedienungsanleitung noch keines Blickes gewürdigt. Bei lediglich zwei Knöpfen zzgl. Ein-Aus-Schalter, habe ich das auch für überflüssig gehalten.


Der Praxistest:

Ich habe mir viel Zeit genommen, um das System in verschiedensten Situationen zu testen.

Dabei wurden die Speedlites immer mit frischen Akkus betrieben, so dass ich mit Gewissheit sagen kann, dass das Ergebnis nicht aufgrund einer unzureichenden Stromversorgung verfälscht wurde. Des Weiteren wurde zwischen den Auslösungen darauf geachtet, dass die Speedlites ausreichend Zeit erhalten um wiederauslösen zu können.

Ich habe mich durch die verschiedenen Modi gearbeitet und alles getestet, was mit einem Speedlite möglich wäre, wenn es sich direkt auf der Kamera befinden würde.

Funktionen:

Praxistest Hähnel TUFF TTL für Canon - 11 - by Sascha Basmer Praxistest Hähnel TUFF TTL für Canon - 12 - by Sascha Basmer

ETTL-Betrieb:

Wer schon einmal mit einem Systemblitzim ETTL-Modus gearbeitet hat, weiß, dass die Blitzleistung trotz gleichen Motivs ein wenig schwanken, oder gar vollkommen daneben liegen kann. IM TTL-Betrieb, werden sowohl die Belichtungswerte als auch die Brennweite des Objektivs an das Speedlite übertragen und die Blitzleistung entsprechend eingestellt.

Überlässt man der Kamera die Wahl, so kommt es hier und da schon mal vor, dass Sie falsche Entscheidungen trifft.

Beim Speedlite in Verbindung mit dem Hähnel TUFF TTL sieht das Ganze ähnlich aus. Die Daten werden zwar zuverlässig per Funk übertragen, aber nicht immer ist die Blitzleistung so, wie man es sich gerne wünscht.

Wird an der Kamera eine Blitzbelichtungskorrektur vorgenommen, so wird auch diese per Funk übermittelt.

Kurzzeitsynchronisation:

Praxistest Hähnel TUFF TTL für Canon - 13 - by Sascha Basmer

Einer der großen Vorteile von Systemblitzen ist, dass man diese bei Verschlusszeiten jenseits der Blitzsynchronisationszeit nutzen kann, in dem das Speedlite über die gesamte Dauer der Verschlusszeit, schnell aufeinander folgende Blitze abfeuert, um den ganzen Sensor zu belichten.

Will man dies per Funk vom Sender an den Empfänger übertragen, so genügt ein Druck auf die Taste Mode und schon ist der Systemblitzgerät im Highspeed-Sync.

Ich habe bei meinem Test die kürzeste Verschlusszeit von 1/8000 Sekunde, die an meiner Testkamera möglich sind noch realisierbar ist in Verbindung mit der Kurzzeitsynchronisation ausprobiert. Es hat funktioniert. Etwas anderes habe ich aber auch nicht erwartet.

Bequemer geht es nicht.

Auslösung auf den zweiten Verschlussvorhang:

Um Bewegungen bei langen Verschlusszeiten einzufrieren, ist ein Blitz die richtige Wahl.

Soll die Bewegung des Motivs zu Beginn der Bewegung scharf abgebildet werden, ist die Standardeinstellung gar nicht mal so verkehrt. Der Blitz feuert seine Photonen ab, sobald der Verschluss sich öffnet. Will man hingegen das Motiv am Ende der Bewegung scharf abbilden – zum Beispiel ein fahrendes Auto in der Dunkelheit mir nach sich ziehenden Lichtspuren – Muss man dem Blitz mitteilen, dass dieser am Ende der Belichtungszeit auslösen soll.

Das sogannte Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, lässt sich komfortabel über das wiederholte Drücken der Mode-Taste an den Systemblitz übertragen.

Manueller Modus:

Im manuellen Betrieb des Speedlites, ist erforderlich, die Einstellungen am Speedlite vorzunehmen, denn die Einstellungen über das Kameramenu, werden nicht über Funk an das Speedlite übertragen. Will man die Blitzleistung erhöhen oder reduzieren oder gar den Zoom des Blitzreflektors verändern, so muss man diese Einstellungen direkt am Speedlite vornehmen.

Beim Outdoorshooting mit dem Mountainbiker, wurde das Speedlite fast auschließlich im manuellen Modus, bei 1/32 Leistung betrieben. Der Zoom war manuell auf 35mm eingestellt um ein wenig mehr von der Umgebung auszuleuchten und trotzdem eine Brennweite von 200mm nutzen zu können. Die Entfernung der Kamera zum Blitz betrug hier etwa 15 Meter. Hier hat der Blitz immer zuverlässig ausgelöst.

Reichweite:

Highway to hell

Der Hersteller gibt eine Reichweite von sagenhaften 200 Metern an. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht gerade große Lust zu laufen. Also ab ins Auto. Dem Assistenten den Blitz in die Hand gedrückt und an einer Landstraße ausgesetzt. Dann bin ich im Schritttempo losgefahren und habe immer wieder den Testknopf am Sender betätigt, bis mir mein Assistent gesagt hat, dass es nicht mehr funktioniert hat. Also Rückwärtsgang rein und Zentimeter für Zentimeter vorwärts rollen, während ich nach jedem Druck auf den Testknopf auf Feedback meines Assistenten gewartet habe. Nun musste eine Routenplaner-App auf dem Smartphone mal die genaue Entfernung ermitteln. Koordinaten an den Assistenten gesendet und laufen lassen.

Exakt 187 Meter hat das mobile Navigationssystem angezeigt.
Bei strahlend blauem, sonnigem Himmel, kann man das wohl gelten lassen.

Da meine Kamera nicht durch Wände hindurch fotografieren kann, habe ich mir die Mühe erspart, ein geeignetes Gebäude aufzusuchen, um zu testen, durch wie viele Decken das Funksignal übertragen wird.

Zuverlässigkeit:

Ich habe, unabhängig von den Reichweitentests, insgesamt 1812 Aufnahmen mit dem Funkfernauslöseset erstellt (danke Lightroom). Davon hat das Speedlite sage und schreibe 1806 mal ausgelöst. Lediglich 6 mal, hat es nicht geklappt, eine Verbindung zwischen Sender und Empfänger herzustellen. Ich kann allerdings nicht genau sagen, woran dies lag, denn bei allen 6 Aufnahmen ist mir dies sofort aufgefallen und so habe ich die Einstellungen unverändert gelassen und es erneut versucht. Bei allen 6 Versuchen, hat es beim zweiten Mal problemlos geklappt.

Ich kann zwar jetzt nicht genau sagen, wie oft sich das Speedlite hinter einer Ecke befand, oder wie oft es in welcher Entfernung von mir und der Kamera positioniert war, aber ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich schon versucht habe, das System an die Grenzen zu bringen.

Kamerakompatiblität:

Getestet wurde das System, ausschließlich mit digitalen Spiegelreflexkameras der Canon EOS Serie, die sich in meinem Besitz befinden. Derzeit umfasst dies die Modelle Canon EOS 40D, Canon EOS 50D und Canon EOS 5D MarkII.

Bei keiner der verwendeten Kameras, gab es Probleme, auch wenn ich die intensivere Testphase nahezu ausschließlich mit der Canon EOS 5D MarkII durchgeführt habe.


Punktevergabe:

Ausstattung:

4,5 Sterne - Lieferumfang

Das Hähnel TUFF TTL, bestehend aus Sender und Empfänger, ist ausgestattet mit abgedichteten Tasten. Ein weiterer Schutz vor Wettereinflüssen, bietet die mitgelieferten Silikonschutzhüllen, die zudem den Vorteil bieten, dass die Geräte auch relativ stoßunempfindlich sind.

Betrieben werden sowohl Sender, als auch Empfänger nicht mit teuren speziellen 3V-Batterien, sondern mit herkömmlichen AA-Batterien, die in jedem Discounter zu bekommen sind. Wer mit Systemblitzen arbeitet, hat ohnehin immer ein paar Sätze Akkus in der Kameratasche einfach nutzen kann, falls die Stromversorgung des Funk-TTL-Auslösers mal in die Knie geht.

Die Empfangseinheit verfügt über ein Schraubgewinde in der Größe, wie es bei herkömmlichen Stativen, zu finden ist.

Leider verfügt der Sender nicht über die Möglichkeit, einen weiteren Blitz oberhalb der Kamera anzubringen, bei dem das TTL-Signal durchgeschleift wird. Mit einem günstigen TTL-Kabel das diese Möglichkeit bietet, lässt sich dieses kleine Problem jedoch geschickt umgehen.

Das ist auch der Grund, warum, ich in dieser Kategorie lediglich 4,5 Sterne vergeben kann.

Lieferumfang:

5 Sterne - Verarbeitung

Auch wenn die Verpackung fast schon spartanisch daher kommt, ist der Inhalt überraschend, denn wie bereits erwähnt, werden nicht nur der Sender und der Empfänger geliefert, sondern zudem auch die wasserabweisenden und stoßfesten Silikonhüllen zum Schutz der Sende- und Empfangseinheit. Damit man direkt loslegen kann, sind die für den Betrieb erforderlichen Batterien ebenfalls enthalten.

Ach die Anleitung. Auch wenn ich Ihr kaum eines Blickes gewürdigt habe, darf diese nicht fehlen. Natürlich war auch diese dabei. Auch wenn man hier eher von einer Kurzübersicht n Form eines Faltblattes reden kann. Mehr ist jedoch auch nicht wirklich erforderlich.

Ganz klar volle Punktzahl!

Verarbeitung:

5 Sterne - Verarbeitung

Die Verarbeitung des Sets ist äußerst hochwertig. Insbesondere, wenn man den günstigen Anschaffungspreis berücksichtigt.

Die Kunststoffteile weisen keine Grate an den Kanten auf und machen einen sehr robusten Eindruck. Die Batterien lassen sich gut einlegen und die Verschlussklappe des Batteriefachs hält auch was aus.

Das Stativgewinde des Empfeängers ist aus Metall gefertigt, was ebenfalls für eine gute Verarbeitung spricht.

Der Sender lässt sich mit einem Arretier-Rädchen an der Kamera fixieren, so dass dieser nicht herunterfallen kann.

Die Taster für den Signaltest und das Wechseln der Modi sind vollständig mit Silikon überzogen. Dies sorgt nicht nur für eine angenehme Haptik, sondern verhindert auch, dass Spritzwasser das System beschädigt.

Auch hier finde ich nichts, was einen Punktabzug rechtfertigen würde.

Handhabung:

5 Sterne - Verarbeitung

Das Hähnel TUFF TTL Set ist nicht in der Lage, mehrere Speedlites auszulösen. Das Speedlite kann in Verbindung mit dem Empfänger weder als Master verwendet werden, noch besteht die Möglichkeit einen Master auf der Kamera anzubringen, wenn man nicht gerade den Umweg mit dem TTL-Kabel geht.

Will man mehrere Speedlites aus der Ferne auslösen, ist es erforderlich, diese über eine Photozelle auslösen zu lassen oder weitere Empfangsteile anzuschaffen.

Bedienkomfort:

4 Sterne - Lieferumfang

Die Bedienung des Funkfernauslöse-Sets ist ziemlich simpel gehalten.

Beide Geräte verfügen über einen Ein-Aus-Schalter und eine Testtaste.
Der Sender verfügt zudem über einen Mode-Taster, in dem man über einen Tastendruck zwischen normaler TTL-Übertragung, Kurzzeitsynchronisation und Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang umschalten lässt.

Sofern das Speedlite im Modus E-TTL/TTL eingestellt ist, werden die gewählte Blende, sowie die eingestellte Verschlusszeit mit dem Funksignal ebenso an den Empfänger übertragen, wie die aktuell verwendete Brennweite. Sollte man an der Kamera eine Blitzbelichtungskorrektur eingestellt haben, so wird auch diese an das Empfangsteil übertragen.

Befindet sich das Speedlite im manuellen Modus, wird das Speedlite lediglich ausgelöst. Es ist nicht möglich, die Blitzleistung oder den Zoom am Blitzgerät über das Kameramenu einzustellen. Im Multiblitz-Modus ist dies ebenso der Fall. Hier heiß es laufen, um das Speedlite einstellen.

Auch wenn ich in dieser Preisklasse solche Funktionen niemals erwarten würde, schränkt es den Komfort der Einstellungsmöglichkeiten, verglichen mit einem Speedlite direkt an der Kamera, schon merklich ein.

Hier muss es Punktabzug geben.

Gesamtbewertung:

4,5 Sterne - Lieferumfang

Das System hat in den gesamten 4 Wochen, die ich es nun getestet habe, einen robusten Eindruck gemacht. Ich habe in der Zeit nicht ein Mal die Akkus wechseln müssen. Es hat immer zuverlässig ausgelöst und die Reichweite ist ebenfalls überzeugend, auch wenn Sie ganz geringfügig unter den Herstellerangaben liegt.

Für jemanden, dem es wichtig ist, seine Systemblitze fern der Kamera im TTL-Betrieb auslösen zu können, ist das Hähnel TUFF TTL sicher eine ausgezeichnete Wahl.

Wer jedoch häufig mit manuellen Blitzeinstellungen oder gar Gruppenschaltungen arbeitet, der sich das Hähnel VIPER System mal genauer ansehen.


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Kommentare zu "Praxistest Hähnel TUFF TLL"

  • 1 Nori Event 23. Oktober 2012 15:34Uhr

    Schöner Artikel!

    Gefällt mir richtig gut, und macht vor allem Lust auf das Set!
    Werde ich mir definitiv mal näher anschauen 😉

    Hast du auch einen Vergleich zu den Phottix Teilen?

  • 2 Bassascha 23. Oktober 2012 15:44Uhr

    Hallo Rico…

    leider habe ich keinen Vergleich zu einem anderen TTL-Fernauslöse-Set aber wenn sich Phottix (oder andere Hersteller) bereit erklärt, nehme ich auch gerne deren Produkte unter die Lupe, sofern gewissen Voraussetzungen erfüllt werden können…

    Ich werde das Set jedenfalls nicht mehr hergeben…

    Sonnige Grüße
    Sascha

  • 3 Andreas 27. Oktober 2012 01:31Uhr

    Hallo,

    vielen Dank für den Ausfürlichen Bericht, ich werde es mir auch dieses Jahr zulegen und spielen…

    Gruß
    Andreas

  • 4 gerhard bloch 5. Januar 2013 22:58Uhr

    Hallo Sascha,
    Sehr gut der Praxisbericht! Habe mir einen Hähnel TUFF Sender mir zwei Empfänger zugelegt. Im Einsatz eine CANON 600 d. Laut Ihrem Bericht können mehrer Speedlits mit dem TUFF Sender nicht ausgelöst werden. Beim Kauf des Funksenders wurde darauf hingewiesen, dass mehrere Empfänger bedient werden können – was mich zum Kauf bewogen hat. Was ist richtig? Mache ich was falsch? Die schwache Anleitung ist nicht hilfreich, dagegen hilft mir das ausführliche Kamerahandbuch von DR K Sänger enorm weiter.
    Vielleicht können Sie mir den zündenden Tipp geben.
    Vielen dank und Gruß Gerd

  • 5 Bassascha 6. Januar 2013 10:34Uhr

    Hallo Gerhard,

    ich habe das TUFF TTL-Set nur mit einem Empfänger gestestet und theoretisch müsste der Sender mehrere Empfänger des TUFF-TTL-Systems ansteuern können.

    Das was ich gemeint habe war, dass sich nicht mehrere Speedlites mit EINEM Set (Master auf dem Empfänger und Slaves ohne Empfänger) auslösen lassen.

    Ich werde mich der Sache aber mal annehmen und dich schnellstmöglich informieren…

    Sonnige Grüße
    Sascha

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