Im Test: Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear

Posted by Bassascha 5 Kommentare

Nicht ganz einen Monat ist her, als ich via Twitter erfahren habe, dass ich von Sun-Sniper einen Kameragurt zum Testen erhalten könnte.

Zwei Tage später erhielt ich ein kleines Paket mit dem Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear.

Ich war erstaunt, wie schnell das ging und habe mir direkt mal eine Kamera geschnappt, um den Gurt anzulegen.


Die Lieferung:

Die Lieferung erfolgte in einem kleinen Päckchen, in dem neben dem eigentlichen Kameragurt Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear auch ein kleiner Produktkatalog von Sun-Sniper und California Sunbounce, die DVD „Yes, i bounce vol. 2“ und die DVD „Blog 2010 – Videotutorials Peoplephotography“ von Krolop & Gerst.

Die DVDs ebenso wie der Produktkatalog gehören zum Standard-Lieferumfang, und sind, wie ich finde, eine nette Beigabe.

Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 08 - By Sascha Basmer


Das erste Anlegen:

Einfacher geht es kaum. Den Bearing in den Batteriegriff eingeschraubt, den Gurt über die Schulter gelegt, kann es gleich losgehen. Dank des Kugellagers im Bearing, ist das Einschrauben einfach und das tolle an dem System ist, dass sich der Gurt dabei nicht mitdreht.


Der Praxistest:

Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear bei der Outdoorfotografie - A - By Markus Kemper Sun-Sniper-THE-PRO-Steel-&-Bear-im-Praxistest---B---By-Tim-Dochnahl

Studiofotografie:

Im Studio musste der Gurt das ein oder andere Mal herhalten. Immer wenn es an das Ändern der Lichtsetups ging, oder wann immer man beide Hände brauch, konnte man den Gurt einfach hängen lassen.

Auch ist das An- und Ablegen des Gurtes sehr schnell, so dass man die Kamera schnell mal beiseitelegen kann, wenn Sie dennoch stört.

Leider ist der Gurt mir im Studio sehr häufig verrutscht. Entweder ist mir das Schulterpolster nach hinten verrutscht, oder völlig von der Schulter gerutscht. Gerade im Studio ist das nun nicht gerade angenehm, wenn man aus einer tiefen Kameraperspektive wieder aufstehen will und der Gurt an den Knien hängen bleibt.

Da man den Gurt schnell von der Schulter nehmen kann, ist es auch kein Problem, dem Model zwischendurch mal die Eine oder andere Aufnahme zu zeigen, ohne den Gurt erst öffnen zu müssen.

Ein Zusatzgurt, der das Verrutschen des Schulterpolsters verhindert, wäre hier sicherlich eine tolle Investition. Allerdings ist das An- und Ablegen dann auch nicht mehr so einfach.

Man muss da Prioritäten setzen, was einem wichtiger ist. Ich würde mich hierbei für den Zusatzgurt zur Stabilisation entscheiden.

Der Zusatzgurt ist laut Informationen von Sun-Sniper Germany zwar nicht im Webshop erhältlich, kann auf Anfrage jedoch zusätzlich geordert werden.

Outdoorfotografie:

Outdoor ist der Gurt wohl am Ehesten in seinem Element. Gerade wenn es darum geht, eine Weile laufen zu müssen mit Unmengen an Equipment, ist der hohe Tragekomfort des Gurtes ein Vorteil.

Die Kamera schwingt nicht mal Ansatzweise und wenn es dann ans Fotografieren geht, ist die Kamera leicht erreichbar.

Weil das Ende des Gurtes im Schulterpolster versteckt werden kann, indem man es mit dem Klettverschluss verdeckt, kann man sich selbst durch noch so unwegsames Gelände pirschen ohne Sorge zu haben, dass man irgendwo hängen bleiben könnte.

Eventfotografie:

Ein richtiges Event, habe ich mit dem Sun-Sniper zwar nicht besucht, aber ich möchte mal sagen, dass das Sommerfest des Ateliers „Weisches Lischt“ von Calvin Hollywood in Oftersheim als solches gelten dürfte, schließlich war ich auch dort nahezu den ganzen Tag mit meiner Kamera bewaffnet.

Wenn die Kamera nicht gerade als Nackenstütze herhalten musste, hing sie an meinem Körper. Das ordentliche Gurtpolster hat mich die Kamera dabei nicht selten vergessen lassen.

Das Gewicht der Kamera mit aufgesetztem EF 24-70 F2.8, war nicht zu spüren und auch am Tag danach, hatte ich weder Schmerzen im Nacken- bzw. Schulterbereich, noch Druckstellen vom langen Tragen der Kamera.

Konzertfotografie:

In der Konzertfotografie, erwies sich der Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear als durchaus praktisch, denn immer dann, wenn man schnell mal den Standort wechseln musste um dann direkt wieder loszulegen und ein paar Aufnahmen aus einer anderen Perspektive zu machen, gab der Gurt sicheren Halt.

Lasst euch sagen, dass es gerade die unbekannten, kleinerne Bands sind, bei denen kein Pressegraben vorhanden ist, bei denen das Fotografieren zwar höllisch Spaß macht, aber es dafür umso enger zu geht.

Hier und da rutschte zwar das Schulterpolster nach einem schnellen Hochziehen der Kamera nach hinten, aber das war schnell wieder korrigiert und so war auch das zeitweise aufgesetzte und höllisch schwere Lichtmonster EF 300 F2.8 dauerhaft, angenehm zu tragen.

Wirklich punkten könnte der Gurt aber, wenn man Ihn mit einem kleinen Zusatzgurt ausstattet, der ein Verrutschen verhindert.


Punktevergabe:

Lieferumfang:

5 Sterne - Lieferumfang
Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 05 - By Sascha Basmer Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 09 - By Sascha Basmer

Wie bereits zu Beginn des Praxistests erwähnt, sind die ganzen Beigaben die zum Standard-Lieferumfang gehören ein toller Bonus und für sich genommen schon recht interessant.

Was den Gurt selbst betrifft, ist der Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear mit dem Bearing, einem Shock-Absorber, dem Schulterpolster und einem ganz besonderen Bonus ausgestattet.

Im Gurt selbst ist ein Stahlseil eingearbeitet, dass es Dieben wirklich sehr schwer macht, denn den Gurt durchschneiden, um die Kamera zu rauben ist nicht möglich!

Da Sun-Sniper Germany von dieser Technik absolut überzeugt ist, gibt es mit dem Gurt auch eine Versicherung mit einer Versicherungssumme von 400 Euro, wenn es einem Dieb gelingen sollte, denn Gurt mit einem Messer durchzuschneiden um die Kamera so zu entwenden.

Dieser Punkt ist zwar ein netter Bonus, aber wer wie ich fast ausschließlich mit Objektiven aus Canons L-Serie arbeitet, schmunzelt über die Summe ein wenig. Dennoch gibt mir dieser Bonus ein sicheres Gefühl, denn wenn ein Unternehmen so hinter der Qualität und der Sicherheit steht, dass Sie das mit einer Versicherungssumme garantieren, dann muss die Qualität stimmen.

Prinzipiell ist aber alles am Gurt, was man benötigt, um Ihn zu nutzen. Warum sollte es da also einen Punktabzug geben? Wisst Ihr auch nicht? Gut dann also volle 5 Sterne.

Verarbeitung:

5 Sterne - Verarbeitung
Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 02 - By Sascha Basmer Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 03 - By Sascha Basmer

Wer die wundervollen Reflektoren von California Sunbounce *sabber* kennt (besitze selber einen Micro-Mini), weiß, wie hochwertig diese verarbeitet sind. Die Qualität des Sun-Sniper ist ebenfalls auf ganz hohem Niveau. Alles ordentlich und doppelt vernäht. Der Klettverschluss, mit dem man das Gurtende verstecken kann, löst sich nicht und auch das Ende des Gurtes selbst, wurde mit einem Kunststoffende gegen Ausfransen gesichert.

Der Bearing aus rostfreiem Stahl lässt sich dank des hochwertigen Kugellagers hervorragend ein und ausschrauben und die Kamera kann frei drehen, ohne dass sich der gesamte Gurt verdreht, was ich persönlich immer recht nervig finde.

Der Shock-Absorber leistet gute Dienste und ist auch bei schweren Objektiven nicht ausgeleiert. Der Gummiüberzug des Absorbers verhindert hierbei, dass sich die Kleidung in der Feder (laut Abbildung ist es eine Feder aber fühlen kann man das nicht) einklemmt.

In dieser Kategorie kann der Gurt voll trumpfen. Abzüge bei der Verarbeitung gibt es definitiv nicht.

Handhabung:

3 Sterne - Handhabung
Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 01 - By Sascha Basmer

Bearing rein, Gurt über den Köpf und schon kann es losgehen. Einfacher kann die Handhabung nicht sein.

Doch hier steckt der Teufel im Detail.

Weil der Bearing direkt mit dem Gurt verbunden ist und dieser nicht über einen Karabiner eingehakt wird, ist es nicht möglich seine unterschiedlichen Kameras und Tele-Monster mit einzelnen Bearing s auszustatten um den Gurt dann immer in das benötigte Equipment einzuklinken. (Bei der Vorgängerversion war das wohl mal so – zumindest habe ich das bei Calvins Sun-Sniper gesehen und war verwirrt)

Der sehr robuste Gurt ist an den seitlichen Kanten etwas „rau“, so dass der Metall-Bügel des Bearings hin und wieder mal hängen bleibt und der Gurt nach hinten verrutscht.

Dank des im Gurt eingearbeiteten Stahlseils, ist der Gurt nicht ganz so flexibel, was ich jetzt aber nicht allzu störend finde.

Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 07 - By Sascha Basmer Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 06 - By Sascha Basmer

Das die Punkte hier für einen Abzug verantwortlich sind, ist sicherlich nachvollziehbar

Tragekomfort:

4 Sterne - Tragekomfort

Wenn der Tragekomfort eines Kameragurtes nicht wichtig wäre, würde wahrscheinlich jeder beim Standard-Gurt der Kamera bleiben.

Durch den im Gurt eingearbeiteten Dämpfer, ist der Tragekomfort des Sun-Sniper Pro sehr angenehm, auch wenn die Schritte mal zügiger werden. Die Kamera schwingt dabei kaum am Körper entlang und das ordentliche Schulterpolster verhindert Druckstellen oder ähnliches auch beim langen Tragen des Gurtes.

Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear im Praxistest - 04 - By Sascha Basmer

Die Kamera gleitet zwar recht leicht am Gurt hoch, doch wenn es mal etwas schneller gehen muss und man die Kamera hochreißt um eine plötzlich auftauchendes Motiv zu fotografieren, rutsch das Gurtpolster nach hinten so dass man nur noch den weniger komfortablen Gurt auf der Schulter liegen hat.

Da es mir nicht möglich war, den Kameragurt mit einen Stabilisationsgurt zu testen, der das Verrutschen des Schulterpolsters verhindert, ist im Punkt Tragekomfort leider nicht die volle Punktzahl möglich.

Gesamtbewertung:

4 Sterne - Gesamtbewertung

Ein direkter Vergleich mit dem BlackRapid Gurt, den ich kürzlich getestet habe, würde ich an dieser Stelle nicht wagen, denn die Bedingungen waren aufgrund des nicht vorhandenen Zusatzgurtes nicht vergleichbar.

Das häufige Verrutschen des Gurtes, ebenso wie das ständige Ein- und Ausschrauben des Bearings bei einem Kamerawechsel, sorgen hier für einen erheblichen Punktabzug. Die absolut hochwertige Verarbeitung, ebenso wie der gute Service (per Mail und Twitter wurde umgehend auf meine dummen Fragen reagiert), können hier aber ordentlich punkten.

Mit einem kleinen Zusatzgurt, der den Sun-Sniper stabil am Körper hält, würden sicher einige Punkte die mich gestört haben entfallen so dass das Ergebnis mit Sicherheit ein gutes Stück besser ausfallen würde.


Für alle, die mit Ihrer Kamera viel unterwegs sind, ist der Gurt sicher ein gute Wahl und der Preis von 69,00 Euro ist sicherlich völlig in Ordnung, insbesondere, wenn man die extrem gute Verarbeitung berücksichtigt.

Kaufen könnt Ihr den Gurt nahezu überall, oder besucht den Store von Sun-Sniper Germany direkt Klick…

Für alle, die den Gurt seltener An- und Ablegen, ist der Zusatzgurt sicherlich noch eine lohnenswerte Investition, die beim Kauf über den Shop auf Anfrage erfolgen kann. Ich selbst werde mir einen solchen Zusatzgurt sicherlich zulegen, damit ich den Gurt unter den veränderten Bedingungen erneut testen kann!

Kommentare zu "Im Test: Sun-Sniper THE PRO Steel & Bear"

  • 1 SvenG 6. September 2011 13:11Uhr

    Ich nutze einen ähnlichen Gurt von SunSniper, der ebenfalls über den Stahldrat im Gurt verfügt. Dieser hat sich eher als Nachzeil herausgestellt, da durch den entstehenden Abrieb der Gurt aufgerubbelt wird und so kleine Stahldrähtchen aus dem Gurt herausstehen, und auch gerne tief in den Arm schneiden.. Ebenso verrutscht wir bei dir der Gurt sehr gerne.. Ob ich dafür nochmal Geld ausgeben würde? Fraglich…

  • 2 Bassascha 6. September 2011 14:36Uhr

    Hallo Sven…
    Ich habe den Gurt wirklich aufs härteste getestet und kann keinerlei Beschädigungen feststellen. Bei mir ist nichts durchgescheuert oder weist auch nur einen Ansatz von Verschleiß auf…
    Mag sein, dass sich die Gurte (meiner ist einer der neuesten Generation) dahingehend verbessert haben, denn einen Vergleich zu anderen bzw. älteren Modellen kann ich nicht ziehen…
    Wende dich doch mit deinem Problem mal an den Support von Sun-Sniper Germany, die helfen dir da sicherlich sehr gerne weiter…

    Beste Grüße
    Sascha

  • 3 Peter 6. September 2011 16:07Uhr

    Danke für den Test! So habe ich erfahren, dass das Bear-Dingens sich geändert hat. Ich habe noch die alte Version mit dem frei drehbaren Karabinerhaken und ohne Stahleinlage. Der hält allerdings auch bombenfest, was ich Anfangs bezweifelte. Das verrutschen ist auch bei mir manchmal der Fall, stört aber selten und es kommt immer auf die jeweilige Nutzung an. Am meisten Vorteile bringt er bei Hochzeitsreportagen die den ganzen Tag dauern. Da hatte ich ohne Gurt mit meiner D700 und dem 70-200 2.8 schon mal abends einen „Tennisarm“. 🙂
    Die Stahleinlage bringt meiner Meinung nach gar nichts außer wenn dir ein Dieb den Gurt durchschneidet und die Kamera mopsen will. Sehr unwahrscheinlich.

  • 4 Yannick 6. September 2011 18:25Uhr

    Hallo,
    vielen Dank für den ausführlichen Test. Ich überlege schon seit längerem mir so ein Teil zu kaufen, ich bin nur bei einer Sache etwas skeptisch: Wie befestigt man den Gurt, wenn man den BG an der Kamera hat? Dann kann man ja nicht mehr richtig greifen wenn die Schraube im weg ist, oder?
    Danke & Gruß
    Yannick

  • 5 Bassascha 7. September 2011 11:11Uhr

    Yannick: der Bearring wird in das Stativgewinde des Battery-Grips eingeschraubt…

    Der ist allerdinds ziemlich flach, so dass er kaum stört.

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