dpi und ppi – das leidige Thema

Posted by Bassascha 2 Kommentare

Titelbild-Mythos-Bildaufloesung-dpi-ppi-sascha-basmer

…oder das Phänomen mit der Bildauflösung

Immer wieder tauchen in Facebook-Gruppen Fragen auf die die Bildauflösung betreffen.

Mit wie viel dpi speichert Ihr eure Bilder? Wenn ich Bilder für die Webseite nutzen will, brauch ich dann 72dpi oder 300dpi? Mein Bild hat 72dpi, kann ich das trotzdem in A4 drucken lassen? Das sind nur ein paar Beispiele der Fragen die ich öfter mal lese, oder gestellt bekomme…

Das für sich genommen ist schon Grund genug, einen Blogartikel zu verfassen. Wenn man dann aber noch die Unwissenheit der „Experten“ nimmt, die mit Ihren Kommentaren Halbwahrheiten verbreiten oder gar vollkommenen Blödsinn von sich geben, springen bei mir die Alarmlichter an.

Nehmen wir das Phänomen mal unter die Lupe…

Wenn ein Bild mit einer Kamera die Beispielsweise 24 Megapixel und ein Bildformat von 2 zu 3 hat, ergeben sich daraus die Abmessungen 6000px *4000px. Von Bildauflösung reden wir hier noch nicht mal im Ansatz.

Nehmen wir jetzt eine weitere Kamera – eine sehr alte Kamera mit einer Sensorauflösung 6 Megapixeln. Der Einfachheit halber ebenfalls im 2 zu 3 Format, was bedeutet, dass die Lange Seite der Aufnahme eineinhalb mal so viele Pixel aufweist, wie die kurze Seite, erhalten wir die Bildabmessungen 3000px * 2000px.

Sensorauflösung ist nicht die Bildauflösung

Spricht man von der Sensorauflösung, in der angegeben wird, dass die Kamera eine effektive Auflösung von 24 Megapixeln hat, ist damit gemeint, dass sich 24.000.000 Sensoren den Platz auf dem CMOS oder CCD-Bildsensor der Kamera teilen. Vereinfacht gesagt haben habe die einzelnen Sensoren dabei nur eine Aufgabe – nämlich die Menge des Lichts, die durch das Objektiv auf den jeweiligen Sensor trifft, in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Ein Prozessor wandelt das jeweilige Signal dann in ein mehr oder weniger helles Pixel um.

Mit der Bildauflösung, hat das jedoch immer noch überhaupt nichts zu tun.

Was ist Bildauflösung denn dann?

Von der Bildauflösung spricht man, wenn es um die Ausgabegröße eines Bildes geht. Das können Bilder für die Ausgabe auf digitalen Medien, wie dem Internet oder einer Diashow auf dem Rechner sein. Ein weiterer Fall, bei der die Ausgabegröße abhängig von der Bildauflösung ist, tritt dann ein, wenn das Bild gedruckt werden soll. In erster Linie ist die maximale Ausgabegröße des Bildes abhängig von den Abmessungen des Bildes. Aber dazu später mehr…

Wenn man von der Bildauflösung spricht, wird in der Regel immer die Maßeinheit DPI verwendet. Manchmal liest man auch was von PPI in Bezug auf die Bildauflösung. Das kann durchaus zur Verwirrung führen.

DPI und PPI? Was, wann, warum?

Widmen wir die beiden Abkürzungen um zu verdeutlichen, wann welche Abkürzung Sinn macht, oder eben nicht. Beides sind Maßeinheiten, für die Bilddichte eines Bildes. Also wie eng stehen die Pixel nebeneinander.

DPI – Dots per inch

Übersetzt heißt das Punkte pro Zoll. Damit sind die einzelnen Druckpunkte gemeint die in einer Reihe nebeneinander auf einem Zoll Breite gedruckt werden. Ein Zoll entspricht dabei 2,54cm. Wie du siehst, hat die Maßeinheit damit also rein gar nichts mit der Ausgabe auf Monitoren zu tun. Diese verfügen über Pixel. Ein Full-HD-Monitor hat beispielsweise eine Größe von 1920 * 1080 Pixeln.

PPI – Pixel per inch

Ich spare mir jetzt mal die Übersetzung. Ich bin sicher, dass dir schon jetzt aufgefallen ist, dass es sich hierbei um eine Maßeinheit handelt, die angibt, wie viele Pixel in einer Reihe nebeneinander auf einem Zoll breite befinden.

Wenn du also das nächste Mal etwas liest, bei der die Bilder nur digital ausgeben werden sollen, und man dabei die Maßeinheit DPI verwendet, dann sollte dir klar sein, dass das so nicht richtig ist, denn Druckpunkte auf einem Monitor gibt es (hoffentlich) nicht, also hätte man hier korrekterweise PPI verwenden müssen.

Es gibt noch weitere Maßeinheiten für die Bildauflösung zum Beispiel DPC (dots per centimeter), oder LPI (Lines per inch) und weitere. Wenn du die Einheiten genauer betrachtest, wird dir ziemlich schnell klar, wann welche verwendet wird, aber das ist hier nicht das Kernthema.

Was hat Bildauflösung mit Bildgröße zu tun?

Hier will ich die digitale Bildauflösung von der gedruckten Version mal etwas deutlicher anhand von Beispielen unterscheiden.

Damit ich jetzt nicht großartig rechnen muss, werde ich hier ganz einfaches Beispiel verwenden.

Fangen wir wieder mal mit dem Druck an.

Du hast ein Bild mit den Abmessungen von 1000 * 1000 Pixeln. Dieses Soll gedruckt werden.

Wie gut die Druckqualität dieses Bildes ist, hängt davon ab, mit welcher Druckauflösung du das Bild druckst.

Willst du das Bild in einer Druckauflösung von 300dpi drucken, was einer gewöhnlichen, guten Druckauflösung entspricht, ergibt sich daraus eine maximale Bildbreite von gerundet 3,33 Zoll. Das entspricht etwa 8,47cm. Das bedeutet, dass jedes dieser 1000 Bildpixel mit einer Breite von 0,0847mm gedruckt wird. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

  • Der Rechnungsweg:
    • 1000Pixel / 300dpi = 3,33 Zoll
    • 3,33 Zoll *2,54 = 8,47cm

Lässt man dasselbe Bild nun aber in der Breite von 84,6cm drucken, müssen die einzelnen Druckpunkte deutlich größer werden – und zwar genau zehn Mal so groß. Jedes Pixel dieses Bildes wird im Druck nun 0,846mm groß dargestellt. Die Druckauflösung beträgt hierbei 30 Bildpunkte pro Zoll.

  • Der Rechnungsweg:
    • 84,6cm / 2,54 = 3,33 Zoll
    • 1000Pixel /33,33 Zoll = 30dpi

Beispiel-300dpi-druck-sascha-basmer Beispiel-30dpi-druck-sascha-basmer

Die Bilder kannst du durch anklicken vergrößern 😉

Für das Beispielbild mit 30dpi, habe ich hier das Bild auf 100*100Pixel verkleinert und anschließend wieder auf 1000*1000Pixel vergrößert, damit man den Effekt hier erkennen kann.

Willst du also ermitteln, wie groß ein Bild maximal gedruckt werden kann, ohne Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen, schaust du nach wie viele Pixel dieses Bild in Breite und Höhe aufweist und rechnest nach. Über den Dialog Bildgröße in Photoshop (Bild -> Bildgröße) geht das sehr komfortabel, ohne dass du deine grauen Zellen strapazieren musst. Wenn du die Pixeldichte also die Auflösung änderst um zu prüfen, wie die Abmessungen sich berändern, musst du die Checkbox „Neu berechnen“ deaktivieren, weil sich sonst die Abmessungen des Bildes – also die Pixel-Anzahl verändern.

Du kannst neben den ersten beiden Feldern für Breite und Höhe die Maßeinheit ändern, indem du die gewünschte aus dem Dropdown-Menu wählst. Für den Druck macht Zentimeter am ehesten Sinn – Zumindest in den Ländern wo das metrische Längemaß standard ist.

In den beiden Eingabefeldern wird nun die Breite und Höhe des Bildes angezeigt, wenn man es mit einer Druckauflösung entsprechend dem Wert im dritten Eingabefeld (für die Auflösung) druckt. Änderst du den Wert der Druckauflösung, passen sich Höhe und Breite an. Änderst du die Höhe oder Breite des Bildes um zu prüfen, ob dein Bild in ausreichender Qualität bei einer bestimmten Größe gedruckt werden kann, kannst du die Punktdichte pro Zoll ermitteln. Achte aber darauf, dass dieses kleine Kettensymbol links neben den Eingabefeldern aktiviert ist, denn das sorgt dafür, dass bei Änderung der Ausgabehöhe der Wert für die Ausgabebreite – und umgekehrt – proportional angepasst wird.

dpi-ppi-bildgroesse-ermitteln-sascha-basmer

Ob du dein Bild nun in Photoshop nun mit 300dpi abspeicherst, oder mit 72dpi – das ist total egal.

Es bleiben 1000 Pixel Höhe und 1000 Pixel Breite. An den Abmessungen ändert sich nichts. Egal wie groß du das Bild drucken lässt, es bleiben 1000 Pixel Breite und 1000 Pixel Höhe. Einzig und allein die Qualität ändert sich hier. Je enger die Punktdichte – also die gedruckten Bildpunkte auf einem Zoll Breite – des gedruckten Bildes, umso besser die Qualität – umso kleiner ist allerdings auch der Ausdruck.

Wie sieht das nun bei Monitoren aus

Wenn du das Bild für das Internet speichern möchtest, um es beispielsweise bei Facebook hochzuladen, hast du keinen richtigen Einfluss darauf, wie groß beim jeweiligen Betrachter dargestellt wird.

Es gibt unzählige Monitore in unterschiedlichsten Größen, mit unterschiedlichsten Monitorauflösungen. Nehmen wir mal an du hast einen Full-HD-Monitor mit 17,3 Zoll Bildschirmdiagonale. Ein anderer hat ebenfalls einen Full-HD-Monitor, aber mit einer Bildschirmdiagonale von 24 Zoll.

Ich kann zwar jetzt nicht exakt sagen, welche Breite (in Zoll) die Monitore dann haben, denn damit kenne ich mich nicht aus, aber für das Beispiel reicht das trotzdem aus.

Es sollte verdeutlicht werden, dass obwohl beide Monitore exakt gleich viele Pixel in der Breite und Höhe aufweisen, die Bildschirmgröße abweicht. Dein Monitor stellt demnach die gleiche Anzahl an Pixeln dar, jedoch auf einer kleineren Fläche, als der des anderen Betrachters.

Dein Monitor hat also eine höhere Pixeldichte, was bedeutet, dass diese enger neben- bzw. übereinander angeordnet sind. Kurz gesagt mehr Pixel pro Zoll Breite.

Und das ist nur ein Beispiel. Es gibt ja noch andere Monitorgrößen und andere Auflösungen. Und dann kommen noch die Smartphones, die Tablets, usw. Und auch da kann es tatsächlich sein, dass die Größen der Bildschirme – sagen wir mal ein 10.1 Zoll Tablet – identisch sind, das eine aber nur mit 1024*768 Pixeln auflöst und ein anderes Model wiederum mit 2048*1536 Pixeln.

Die Anzahl der Pixel, die Pro Zoll auf den jeweiligen Bildschirmen dargestellt werden, ist also so unterschiedlich, wie sie nur sein kann. Und du hast darauf keinen Einfluss – das muss dir klar sein.

Kommen wir nun zurück zu unserem Beispiel. Unser Bild hat immer noch 1000*1000 Pixel.

Beispiel-darstellungsgröße-bei-unterschiedlichen-Monitoren

Das Bild wird immer 1000Pixel breit sein und immer 1000Pixel hoch. Und je nach Pixeldichte der Monitore wird das Bild in der 100%-Ansicht mal größer und mal kleiner dargestellt. Dein Monitor (aus dem Beispiel) zeigt das Bild deutlich kleiner an, als der 24-Zöller des anderen.

Klar soweit?

Ob du dein Bild in Photoshop nun mit 300dpi abspeicherst, oder mit 72dpi – das ist total egal.

Es bleiben 1000 Pixel Höhe und 1000 Pixel Breite. An den Abmessungen ändert sich nichts. Auch an der Pixeldichte der Monitore ändert sich nichts. Es hat also absolut keine Auswirkungen auf die Darstellung auf digitalen Ausgabegeräten.

Beispiel-30dpi-anzeige-web-sascha-basmer Beispiel-300dpi-anzeige-web-sascha-basmer

Die Bilder kannst du durch anklicken vergrößern und gerne auch abspeichern um den Bildgröße-Dialog in Photoshop aufzurufen um zu sehen, dass eines 30dpi und eines 300dpi Bildauflösung aufweist 😉

Ich hoffe, dass dieser Artikel ausführlich genug war. Wenn nicht, steht euch für Fragen und Feedback die Kommentarfunktion zur Verfügung. Gerne dürft Ihr diesen Artikel auch in den sozialen Medien teilen, ich würde mich jedenfalls sehr freuen. Vielleicht werden die Fragen nach der richtigen Bildauflösung dann seltener…

Kommentare zu "dpi und ppi – das leidige Thema"

  • 1 Markus 25. Januar 2016 17:40Uhr

    Sie werfen selber alles durcheinander und machen sich über andere lustig!? Peinlich

  • 2 Bassascha 26. Januar 2016 07:19Uhr

    Hallo Markus,

    ich fürchte ich kann Ihren Kommentar nicht nachvollziehen.
    Denn ich mache mich in keinerlei Weise lustig… Ganz im Gegenteil versuche ich mit diesem Artikel aufzuklären…

    Mir war jedoch klar, dass dieser Artikel grundsätzlich zu Diskussionen führt, denn so manche Information hat sich einfach zu sehr gefestigt, ob diese nun der Tatsache entspricht oder nicht…

    Wenn Sie mir allerdings unterstellen, ich würde etwas durcheinander werfen, wäre ein konkretes Beispiel doch ganz sinnvoll…

    Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass dieser Artikel inhaltlich zwar einfach gehalten, jedoch fachlich vollkommen korrekt ist.

    Sonnige Grüße
    Sascha

Hinterlasse einen Kommentar