Poker – statt spielen – fotografieren

Posted by Bassascha 0 Kommentare

Ein Poker-Turnier fotografieren? Was wird benötigt und wie erzielt man die besten Ergbenisse

Vorbereiten und sicherstellen, dass man nicht mit einer schlechten Hand endet

Vor zehn Jahren, erzielte Chris Moneymaker mit 39 US-Dollar einen Gewinn von 2.500.000 US-Dollar bei den World Series of Poker Main Event. Sein erstaunlicher Gewinn löste einen Weltweiten Boom um das etwa 200 Jahre alte Kartenspiel aus und erlangte eine so große Popularität, dass Poker-Turnieren nicht nur im TV ausgestrahlt werden, sondern auch zu den meistgeschauten Ereignissen gehören.

Auch zehn Jahre danach, versuchen Spieler immer noch, den ganz großen Gewinn beim Poker-Spiel zu erzielen. Das geht nicht nur mit großen Emotionen am Spieltisch einher, sondern trägt auch dazu bei, dass Poker sich immer noch großer Beliebtheit erfreut.

Ob Online-Poker für jedermann oder große Poker-Turniere. Fast jeder hat dieses Kartenspiel schon mal gespielt, und auch wenn die wenigsten von uns, so gut sind, dass Sie einmal an einem großen Turnier teilnehmen werden, gibt es immer ein paar, die das große Glück haben. Klar dürfen bei so einem Event auch die Fotografen nicht fehlen, die die Aktionen und Emotionen der Spieler einfangen und daher gibt es mitdiesem Artikel mal ein paar Tipps, worauf zu achte ist, wenn man ein Pokerturnier fotografieren möchte.

Das Equipment

Zu allererst sei gesagt, dass nicht das Equipment darüber entscheidet, wie gut die Bilder werden, aber die richtige Wahl des Equipments kann schon dazu beitragen, besser Bilder zu erstellen. Es reicht zwar aus, mit einer kleinen Bridgekamera vor Ort zu sein, aber eine moderne DSLR – oder besser Zwei, damit man eine Back-Up Kamera hat, sofern eine ausfällt und man sich das ständige Wechseln der Objektiver erspart, sind da schon die bessere Wahl. Ein Einbein-Stativ kann ebenfalls sehr hilfreich sein, denn oft sind die Lichtverhältnisse nicht ideal und ein Einbein-Stativ, ist leicht verstaut und stört nicht großartig. Sollte man auf die Idee kommen, ein handelsübliches Dreibein-Stativ zu verwenden, dem sei gesagt, dass es nicht nur sehr unhandlich sein könnte, sondern dass es von den meisten Veranstaltern auch gar nicht gestattet wird. Ein Systemblitz sollte ebenfalls im Gepäck sein. Allerdings sollte man sich, ehe man die Spieler am Pokertisch mit Blitzsalven in Ihrer Konzentration stört erst einmal erkundigen, ob der Veranstalter des Pokerturniers den Einsatz von Blitzgeräten überhaupt gestattet. Für Porträts der Spieler, die den Tisch bereits verlassen mussten, ist der Systemblitz allerdings immer eine gute Lösung, die Beleuchtung zu beeinflussen. Eine Lichtstarke Normalbrennweite (z.B. Canon EF 50mm F1/1.4 USM), ist ein gutes Objektiv, um das Geschehen in Ihrer Gesamtheit zu dokumentieren. Die hohe Lichtstärke stellt sicher, dass man die Schärfentiefen gezielter einsetzen kann und zudem genügend Umgebungslicht einfangen kann, wenn die Beleuchtung eher schwach ist. Zu guter Letzt benötigt man ein Lichtstarkes Zoom-Objektiv (z.B. Canon EF 70-200mm F1/2.8 L IS USM), denn manchmal macht es Sinn, die Aktionen aus einer etwas größeren Entfernung zu fotografieren, oder man kommt einfach nicht nah genug an das Geschehen heran.

Die Kameraeinstellungen

ISO

Basierend auf den meist widrigen Lichtverhältnissen, ist es erforderlich, den ISO_Wert der Kamera auf einen hohen Wert einzustellen, so dass das Bildrauschen aufgrund des höheren ISO-Wertes noch ein erträgliches Maß annimmt. Es ist besser, leicht verrauscht Bilder in der späteren Bildentwicklung zu entrauschen, als das die Bilder durchweg Verwacklungsunschärfe aufweisen, weil eine Verschlusszeit gewählt wurde, die man ohne Stativ nicht halten kann. Wenn es sich bei dem Poker-Tournier um ein in TV ausgestahltes Turnier handelt, brauch man sich eine zu schwache Ausleuchtung der Poker-Tische hingegen eher keine Sorgen machen, denn in diesem Fall sind die Tische gut ausgeleuchtet, damit die TV-Kameras die beste Bildqualität liefern können.

Blende

Kurz gesagt: Öffnet die Blende so weit wie Möglich. Arthur Crowson con Poker Listings empfiehlt zum Beispiel eine Blende f/1.8 oder f/2.8, wenn es darum geht, einzelne Spieler in Ihrer Konzentration oder Emotion einzufangen. Es empfiehlt sich, Blendenwerte jenseits der Blende f/4.0 zu nutzen, um die Spieler zu isolieren, so dass sich dieser durch eine geringe Schärfentiefe schön vom Hintergrund abhebt. Dieser Effekt lenkt nicht nur den Blick auf das Hauptmotiv – hier den Spieler – sondern sorgt auch für dynamischere Bilder und einem interessanten Bokeh-Effekt im Hintergrund.

Verschlusszeit

Generell sitzen die Spieler ja eher ruhig und konzentriert amPoker-Tisch, so dass die Verschlusszeit keine große Rolle spielt und so schnell sein sollte, dass die Bilder keine Verwacklungsunschärfe aufweisen. Aber auch eine lange Verschlusszeit kann zu dynamischen Bildern führen, wenn zum Beispiel ein Spieler seine Karten, oder seine Chips auf den Tisch wirft.

Weißabgleich

bei den meisten Poker-Turnieren kommt Kunstlich in Form von Glühlampen zum Einsatz, so dass die Voreinstellung Kunstlicht schon ein guter Richtwert sein sollte. Oftmals ist es jedoch der Fall, dass die Bilder dann zu warm erscheinen. Dies lässt sich zum einen über ein paar Testaufnahmen und ermitteln des richtigen Kelvin-Wertes beheben oder man nutzt eine Graukarte für den Weißabgleich.

Wenn die Kamera – und das ist bei allen DSLRs der Fall, die Möglichkeit bietet, im RAW-Format zu fotografieren, lässt sich der korrekte Weißabgleich aber auch in der späteren RAW-Entwicklung mit Adobe Camera RAW (oder vergleichbarer Software) verlusstfrei einstellen.

Abschließend ein paar warnende Worte

Auch wenn es selbstverständlich erscheint, sollte man beim Fotografieren eines Poker-Turniers immer vorsichtig sein. Man sollte sicher stellen, dass man die Spieler nicht stört und das man sich an die Regeln der Veranstalter hält. Auch die Akkreditierung, sofern erforderlich, sollte man immer in der Tasche haben. Außerdem sollte man darauf achten, dass kein Spieler in eure Karten schaut. Erste recht nicht wenn Ihr Nahaufnahmen von den Karten eines anderen Mitspielers macht und das Bild auf dem Display eurer Kamera zu sehen ist. Im Jahre 2010, wurde der Deutsche Spieler Ali Tekintamgac vom Partouche Poker Tour Main Event disqualifiziert, weil er Fake-Fotografen und Blogger dazu nutze, zu betrügen. Das ganze flog auf und wurde bei den PartyPoker DE’s World Poker Tour Championship heiß diskutiert, als Ihn andere Spieler damit konfrontierten.

Wie Ihr seht, kann das also große Kreise ziehen.

Hinterlasse einen Kommentar